Region

Ostseeküste

Sanfter als die Nordsee, ohne Gezeiten und mit langen Sandstränden: Die Ostseeküste steht für Bäderarchitektur, Steilküsten und Hansestädte.

Weiße Kreidefelsen mit bewaldetem Rand über der Ostsee auf der Insel Rügen.
Foto: Ichwarsnur · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Die deutsche Ostseeküste zieht sich über die Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und unterscheidet sich deutlich von der Nordsee. Die Ostsee ist ein Binnenmeer mit geringem Salzgehalt und ohne nennenswerte Gezeiten. Das Wasser ist ruhiger, die Strände sind vielerorts breit und sandig, und die Küste wechselt zwischen flachen Buchten, Steilufern und weiten Lagunen.

Sandstrände und Bäderarchitektur

Charakteristisch für die Ostsee sind ihre langen Sandstrände und die traditionsreichen Seebäder. Im 19. Jahrhundert entstanden entlang der Küste elegante Kurorte, deren weiße Villen mit Balkonen, Veranden und Türmchen bis heute als „Bäderarchitektur“ bekannt sind. Orte wie Heiligendamm, Binz auf Rügen oder Ahlbeck auf Usedom stehen für diesen Baustil.

Zum vertrauten Bild der Ostseestrände gehören der Strandkorb, der an dieser Küste erfunden wurde, sowie die Seebrücken, die weit ins Meer hinausreichen. Sie prägen die entspannte, familiäre Atmosphäre vieler Badeorte.

Steilküsten, Kreidefelsen und Boddenlandschaft

Neben den Sandstränden gibt es markante Steilküsten. Am bekanntesten sind die weißen Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund auf Rügen mit dem Königsstuhl. Die alten Buchenwälder des Nationalparks gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe. An anderen Abschnitten bilden Boddengewässer – flache, vom offenen Meer teilweise abgetrennte Lagunen – eine ruhige, vogelreiche Landschaft, etwa auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Hanse-Erbe und Backsteingotik

Die Ostseeküste ist eng mit der Geschichte der Hanse verbunden, jenes mittelalterlichen Städte- und Handelsbundes, der den Ostseeraum über Jahrhunderte prägte. In Städten wie Lübeck, Wismar, Stralsund, Rostock und Greifswald zeugen Rathäuser, Speicher und Kirchen aus rotem Backstein von dieser Zeit. Die Altstädte von Lübeck sowie von Wismar und Stralsund zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Backsteingotik ist ein verbindendes Merkmal der Region: hoch aufragende Kirchen und Bürgerhäuser aus gebranntem Ziegel, die den Wohlstand der Hansezeit widerspiegeln.

Inseln der Ostsee

Der Ostseeküste sind mehrere Inseln vorgelagert. Rügen ist die größte Insel Deutschlands und verbindet Kreidefelsen, Seebäder und Boddenlandschaften. Usedom ist für seine langen Strände und Kaiserbäder bekannt, Fehmarn liegt sonnenreich in der westlichen Ostsee, und das autofreie Hiddensee steht für Ruhe und Naturnähe.

Reisecharakter

Die Ostsee eignet sich für Strand- und Naturreisen ebenso wie für Städte- und Kulturbesuche. Radwege verlaufen entlang großer Teile der Küste, und viele Orte sind als Ostseeheilbäder anerkannt. Wer die Region besucht, findet ein vergleichsweise mildes Klima, ruhige Gewässer und ein dichtes Nebeneinander von Natur und Geschichte. Konkrete Angaben zu Angeboten und Schutzgebieten stellen die örtlichen und regionalen Stellen bereit.

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